Freitag, 19. September 2014

Kolorationsmedien - Teil 3: Wasservermalbare Farben

To English readers: In this post I give a brief introduction to various water soluble coloring media. For the time being, I do not intend to translate these article as this would be a very time consuming task. However, should enough readers be interested in a translation, I will consider to do one in the future. That said, please feel free to comment this article if you are interested in reading it in English.
 

Kaum zu glauben, da ist er endlich, der dritte Teil meiner Serie über Kolorationsmedien. Ich gebe zu, es hat lange gedauert, bis ich ihn endlich fertigstellen konnte. Grund dafür ist das Thema selbst, das um einiges komplexer ist, als ich anfänglich gedacht hatte. Eigentlich wollte ich zunächst nur einen Vergleich zwischen der Koloration mit Distress-Farben und Aquarellstiften anstellen, doch bei meinen Recherchen habe ich schnell gemerkt, dass der Markt an wasservermalbaren Kolorationsmedien weitaus mehr Produkte hergibt als diese und dass die auch für Stempler nicht ganz uninteressant sind. Da es mir anfangs sehr schwer fiel, mich in dem großen Produktdschungel zurechtzufinden, habe ich mich entschlossen, keinen direkten Vergleich zwischen den einzelnen Medien anzustellen (was - soviel steht für mich heute fest - ohnehin müßig wäre, da viele der erhältlichen Malmittel ganz eigene Charakteristika haben, die sich nicht ohne Weiteres vergleichen lassen). Vielmehr will ich die jeweiligen Produkte und ihre Eigenschaften vorstellen, damit euch die Wahl des für euch geeigneten Kolorationsmediums vielleicht etwas leichter fällt.

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Klassische Aquarellfarben und Twinkling H2O
Klassische Aquarellfarben sind in Näpfchen (fest) und Tuben (flüssig) erhältlich. Es sind traditionelle Künstlerfarben, die von Stemplern bislang eher selten verwendet werden. Allerdings schält sich seit einigen Monaten in der Welt der Scrapbooking- und Kartenbastelwelt ein Trend zum Aquarellstil heraus, der inzwischen auch Stempler verstärkt zu Aquarellfarben greifen lässt. Zur Koloration von Stempelmotiven oder zur Hintergrundgestaltung eignen sie sich auf jeden Fall ebenso gut wie alle anderen hier vorgestellten wasserlöslichen Malmittel. Sehr vorteilhaft bei hochwertigen Künstleraquarellfarben ist die hohe Lichtbeständigkeit, die bei Tinten auf Wasserbasis nicht gegeben ist.


Aquarellfarbkasten von Schmincke mit 48 halben Näpfchen

Handgefertigte Farbkarte zum oben gezeigten Aquarellfarbkasten

Twinkling H2Os ähneln klassischen Aquarellfarben insofern, als dass sie ebenfalls in Näpfchen und in zwei verschiedenen Größen (5ml und 10ml) angeboten werden. Hersteller ist das amerikanische Unternehmen Luminarte/Dreaming In Color. Derzeit sind über 200 Einzelfarben erhältlich. Warum so viele, fragt man sich, gerade auch wenn man weiß, dass ein traditioneller Aquarellfarbenhersteller wie Schmincke "gerade mal" 110 Farbtöne in seiner Premium-Serie Horadam-Aquarell anbietet, bei deren geballtem Anblick man nicht den Eindruck hat, als würden wichtige Nuancen fehlen. Die Antwort liefert der entscheidende und namensgebende Bestandteil der Twinklings: Mikro-Glitter. Auch dieser Glitter ist in verschiedenen Nuancen erhältlich, einmal glimmert er bläulich silber, einmal rötlich gold, ein anderes Mal grünlich bronzefarben usw. So lassen sich mit seiner Hilfe aus einem Grundfarbton durchaus drei oder mehr verschiedene Twinklings herstellen.

Meine Twinkling-Aufbewahrung nach einer Idee von Katharina Frei

Übrigens: Wer einen Aquarellkasten sein eigen nennt und keine Lust hat, eigens in Twinklings zu investieren, kann mithilfe von Effektmalmitteln wie "Aqua shine" von Schmincke oder dem "Irisierenden Malmittel" von Windsor & Newton, seine "langweiligen" Aquarellfarben in Glimmerfarben verwandeln.

Detailaufnahme aus einer meiner Aquarellskizzen, koloriert mit Twinklings.

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Aquarellstifte
Aquarellstifte werden in der Stempel- und Scrapbookwelt häufiger zum Kolorieren verwendet. Am weitesten verbreitet und in Deutschland wohl am leichtesten erhältlich sind die Albrecht-Dürer-Aquarellstifte von Faber Castell. Wie die Polychromos, die ölbasierten Künstlerfarbstifte von Faber Castell, sind sie in 120 Farbtönen erhältlich, die kaum einen Farbwunsch offen lassen. Andere hochwertige Aquarellstifte werden z.B. von dem Schweizer Unternehmen Caran D'Ache oder vom britischen Hersteller Derwent produziert.
Anwenden lassen sich die Stifte auf unterschiedliche Weise. Entweder man koloriert sein Motiv damit ganz klassisch wie mit handelsüblichen Farbstiften und vermalt diese Koloration anschließend mit Wasser. Oder aber man nimmt die Farbe mit einem feuchten Pinsel direkt von der Miene auf und koloriert sein Motiv dann mit dem Pinsel. Sicher gibt es darüber hinaus noch diverse andere Techniken mit Aquarellstiften (so kann man sie etwa auch zum Vorzeichnen einer Aquarellskizze verwenden, deren Umrisse nach dem Vermalen mit Wasser nicht mehr sichtbar sein sollen), aber zur Koloration von Stempelmotiven sind diese beiden wohl die wichtigsten.

Albrecht-Dürer-Aquarellstifte von Faber Castell

Eine meiner Art-Journal-Seiten, die ich
mit Aquarellstiften gestaltet habe.

Eine Besonderheit unter den wasserlöslichen Farbstiften sind die in 72 Farbtönen erhältlichen Inktense-Stifte von Derwent. Im Vergleich zu handelsüblichen Aquarellstiften sind sie ungemein farbintensiv, und obschon man mit ihnen wie mit klassischen Aquarellstiften auch trocken kolorieren kann, kommt ihr wahres Potential erst beim Kontakt mit Wasser zum Vorschein. Einmal nass geworden, explodieren die Farben förmlich und beginnen regelrecht zu leuchten. Anders als klassische Aquarellfarben sind Inktense-Farben nach dem Trocknen permanent, d.h. sie lassen sich nass übermalen, ohne wieder angelöst zu werden. Wer auf kräftige, strahlende Farben steht, ist mit diesen Stiften definitiv gut bedient. Ein häufiger Nachteil für viele Anfänger ist ein fehlender Hautton in der Inktense-Palette, doch wer sich ein bisschen mit Farbtheorie auskennt, kann sich mit den vorhandenen Stiften leicht einen eigenen Hautton zusammenmischen, wie Becky Hetherington in diesem Tutorial zeigt.

Inktense-Aquarellstifte von Derwent

Dass sich mit Inktense-Stiften durchaus auch zarte Kolorationen zaubern lassen, beweist auch Therese Calvird auf ihrem Blog Lostinpaper am Beispiel dieser Karte.

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Distress-Farben
Die klassischen Distress-Farben von Ranger/Tim Holtz haben ein derart vielfältiges Anwendungsspektrum, dass man etliche Posts mit tollen Tipps zu ihrer Verwendung füllen könnte. Diese alle aufzulisten und zu erörtern würde den Rahmen dieses Posts jedoch mehr als sprengen, daher kann ich jedem, der sich für diese Farben interessiert, nur empfehlen, sich eine große Kanne Kaffee zu kochen, die einschlägigen Suchmaschinen nach der Verwendung von Distress Inks zu befragen und sich auf mehrere durchwachte Nächte einzustellen. Ich möchte hier nur kurz die wohl herausragendste Eigenschaft dieser außergewöhnlichen Stempelfarben erläutern: ihre Wasserlöslichkeit. Natürlich sind alle auf Wasserbasis produzierten Stempelfarben mehr oder weniger wasserlöslich, aber die Pigmente in den derzeit in 48 Farbtönen erhältlichen Distress Inks reagieren bei der Berührung mit Wasser so intensiv, dass selbiges sie regelrecht aus dem Papier herauszusaugen scheint und die Farbe an den Stellen, wo sie mit Wasser in Berührung kommt, intensiv aufhellt. Dadurch lassen sich mithilfe diverser kreativer Techniken ganz individuelle Muster und Strukturen gestalten.

Diverse Distress-Produkte von Ranger (v.l.n.r.): Ink (Stempelkissen), Paint (Acrylfarbe),
Re-Inker (Stempelkissen-Nachfüller) und Stain.

Die Re-Inker (die Nachfüller für die Stempelkissen) oder die auf einen nichtporösen Untergrund aufgebrachte Farbe aus den Stempelkissen lässt sich hervorragend für Aquarellkolorationen verwenden. Dabei ist zu beachten, dass die reinen Distress-Farben hoch konzentriert sind und man für zarte Kolorationen im Stil von Camilla Bakke oder Diana Adamski (die als langjähriger Copic-Fan seit Kurzem auch wunderschöne Distress-Kolorationen vorlegt) nur wenige Tropfen von den einzelnen Farben benötigt.



Spezialpalette von Ranger zur Verwendung von Distress Re-Inkern als Kolorationsmedium.

So sieht die Palette geöffnet aus. Rechts seht ihr die Farbproben zu
den in den linken Näpfchen befindlichen Farben.

"Barrow of Presents" von Wild Rose Studio -
koloriert mit Distress Re-Inkern

Wer Distress-Farben lieber zum großflächigen Arbeiten verwenden möchte, könnte mit den in 52 Farbtönen erhältlichen Distress Stains besser bedient sein als mit den klassischen Inks. Bei den Stains handelt es sich um geringer konzentrierte Versionen der Inks, die sich jedoch durch dieselben Eigenschaften auszeichnen wie die klassischen Stempelfarben. Dadurch, dass sie geringer konzentriert sind, ermöglichen sie einen konsistenteren Farbauftrag auf größeren Flächen. Der ließe sich zwar auch mit verdünnten Inks erreichen, die jedoch verlieren durch das Verdünnen mit Wasser die für sie typische Reaktionsfähigkeit mit diesem Element, sodass all die Techniken, für die die Inks so berühmt sind, damit nur noch bedingt durchgeführt werden können. Das ist bei den Stains nicht der Fall. Sie zeichnen sich bei geringerer Farbkonzentration durch eine ebenso hohe Reaktionsfähigkeit mit Wasser aus wie die Inks.

Ein Sonderfall im Bereich der wasserlöslichen Kolorationsmedien sind die Distress Paints (ebenfalls in 52 Fartönen erhältlich). Es handelt sich hierbei um Acrylfarben, die - einmal getrocknet - dieselben Eigenschaften aufweisen wie andere handelsübliche Acrylfarben auch. So lassen sie sich beispielsweise durch lasierende Farben, wie Stempeltinten, nicht übermalen, während sie selbst deckende Eigenschaften besitzen. Im noch flüssigen Zustand stehen die Paints allerdings ganz in der Tradition der anderen hier vorgestellten Distress-Produkte und reagieren im Gegensatz zu handelsüblichen Acrylfarben stark auf den Kontakt mit Wasser, sodass sich mit ihnen ähnliche Effekte erzielen lassen wie mit Distress Inks oder Stains - eben nur auf Basis einer Acrylfarbe.

Kleine Mixed-Media-Leinwand. Der Hintergrund
wurde mit Distress Paints gestaltet.

Ein Nachteil der Distress-Farben - zumindest der Inks, Re-Inker und Stains - ist die vergleichsweise geringe Lichtechtheit, die für alle tintenbasierten Stempelfarben (dye inks) gilt. In dieser Hinsicht sind ihnen viele der anderen hier vorgestellten Kolorationsmedien (mit Ausname der Marker, auf die ich weiter unten eingehe) sicher überlegen. Als wie entscheidend man diesen Nachteil für die eigenen Kreativprojekte empfindet, muss letztendlich natürlich jeder selbst entscheiden.

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Wasserlösliche Wachspastelle
Wasserlösliche Wachspastelle sind meine neueste Entdeckung auf dem Gebiet der wasservermalbaren Farben. Obschon ich sie aus dem Kleinkinderbereich schon länger kenne (die "Woodys" von Stabilo sind ganz hervorragende wasservermalbare Wachsstifte für die Allerkleinsten), habe ich Wachspastelle für den Künstler-/Scrapboock-/Stempelbereich erst vor Kurzem für mich entdeckt. Auch sie sind sehr vielfältig verwendbar, mir allerdings gefallen sie besonders gut aufgrund ihres weichen Farbauftrags, der sie vor allem für großflächige Arbeiten und Hintergrundgestaltungen prädestiniert, und wegen ihrer unglaublichen Farbintensität. Es ist auch möglich, Stempel direkt mit Wachspastellen einzufärben und durch Befeuchten mit Wasser Stempelabdrücke im Aquarellstil erzielen. Zudem lässt sich die Farbe wie bei Aquarellstiften mit einem feuchten Pinsel direkt von der Miene aufnehmen, sodass das Erstellen filigraner, detaillreicher Kolorationen mit diesem Malmedium ebenfalls denkbar ist.

Die vielleicht beliebtesten wasservermalbaren Wachspastelle sind die inzwischen in 126 Farbtönen erhältlichen Neocolor-II-Stifte von Caran D'Ache. Ihr hoher Pigmentanteil macht sie sehr ergiebig. Allerdings zählen sie auch zu den teureren Wachspastellen. Andere Künstlerfarbenhersteller, z.B. Lyra, haben ebenfalls wasserlösliche Wachspastelle im Angebot. Und auch von Stampin' Up gab es mit den Watercolor Wonder Crayons bis vor einigen Jahren eine eigene Wachspastell-Serie.

Neocolor-II-Wachspastelle von Caran D'Ache

Karte deren Hauptmotiv zunächst mit wasserfesten Neocolor-I-Stiften
skizziert und dann mit wasserlöslichen Neocolor-II-Stiften koloriert wurde.


Eine Besonderheit unter den wasserlöslichen Wachspastellen sind die sogenannten Gelatos von Faber Castell. Die Deutschland nur als Import erhältlichen Farbsticks ähneln Lippenstiften und werden ähnlich wie diese aus dem sie umhüllenden Plastikröhrchen herausgedreht. Gelatos sind so weich, dass sie sich schon mit den Fingern hervorragend mischen und verwischen lassen. Dadurch, dass sie wasserlöslich sind, kann man aber auch ganz tolle Aquarelleffekte mit ihnen erzielen. Insgesamt werden sie eher zum großflächigen Arbeiten im Bereich des Art Journaling oder zum Einfärben von Stempelgummis verwendet. Die Koloration von Stempelmotiven ist damit aber sicher auch möglich.


Gelatos von Faber Castell

Art-Journal-Seite für deren Hintegrundgestaltung Gelatos verwendet wurden.

Ein kleiner Nachteil von Wachspastellen ist, dass die meisten anderen Farben und Tinten nur schlecht auf der Wachsschicht haften, die sie auf dem Papier zurücklassen. Je nach Verwendungszweck sollte man das vor dem Gebrauch bedenken. 


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Wasservermalbare Marker
Neben Aquarellstiften und Wachspastellen gibt es auch mit wasserlöslicher Tinte gefüllte Marker. Dazu zählen neben Distress Markern (die dieselben Eigenschaften aufweisen wie die weiter oben vorgestellten Distress Inks), u.a. die Stampin' Write Marker von Stampin' Up und die Dual Brush Pens der Firma Tombow. Anders als bei Aquarellstiften liegt das wasservermalbare Pigment in ihnen in flüssiger Form vor. Dadurch lassen sie sich wie klassische Aquarellfarben auf nicht porösen Oberflächen (Keramikschale, CD etc.) sehr gut mischen und ähneln diesen auch ansonsten in vielerlei Hinsicht in der Handhabung.

Wasservermalbare Marker verschiedener Hersteller

Insbesondere die in 96 Farbtönen erhältlichen Tombows werden ihrer flexiblen Pinselspitze wegen auch gerne zum Kalligrafieren benutzt. Viele Anwender lieben sie für ihren kräftigen, leuchtenden Farbauftrag, der mit anderen Markertypen nicht erreicht werden kann. Allerdings sei gerade auch deswegen an dieser Stelle noch einmal auf die mangelnde Lichtechtheit von in Wasser gelösten Farbstoffen hingewiesen. Mit solchen Farben kolorierte Motive können, insbesondere wenn sie starker UV-Strahlung ausgesetzt sind, über die Jahre stark verblassen. Der große Vorteil der Tombows vor allen anderen hier vorgestellten Aquarellmarkern sehe ich in dem satten, mühelos und weich vermalbaren Farbauftrag.

Mit Tombow-Markern kolorierte Szene

Stampin' Write Marker ähneln den Tombows in vielerlei Hinsicht, möglicherweise werden sie sogar auch von Tombow produziert. In ihrer Handhabung sind sie jedenfalls identisch. Neben einem mit Wasser getränkten Aquarellpinsel kann man zum Vermalen beider Markerarten sogenannte Blender Pens verwenden, die mit einer wasserähnlichen Flüssigkeit gefüllt sind. Im direkten Vergleich zu den Tombows magelt es den Stampin' Write Markern meiner Ansicht nach aber an Farbbrillanz, sie scheinen weniger stark pigmentiert zu sein als die Tombows und wirken auch viel trockener als diese, wodurch sie sich nicht so mühelos und weich vermalen lassen. Allerdings kann man sie anders als die Tombows mit den Nachfüllern der Stempelkissen von SU wieder auffüllen. Die Dual Brush Pens von Tombow sind nicht nachfüllbar.


Für diese Karte wurde das Stempelgummi zweifarbig mit
Stampin' Write Markern eingefärbt und dann abgestempelt.

Ebenso wenig nachfüllen lassen sich die in 49 Fartönen erhältlichen Distress Marker von Ranger. Die in ihnen enthaltene Flüssigkeit ist nämlich nicht identisch mit den Distress Re-Inkern oder Stains, sondern basiert auf einer eigenen Rezeptur. Das führt auch dazu, dass einige Marker in der Farbgebung bei direktem Vergleich deutlich von den Stempelfarben gleichen Namens abweichen. Daher können Distress Marker anders als etwa Stampin' Write Marker nicht zur Korrektur von ungenau gestempelten Motiven in der identischen Distress-Ink Farbe verwendet werden. Ebenfalls unschön ist die deutlich zu erkennende Farbverschiebung von der trockenen zur wasservermalten Farbe bei einigen Farbtönen. Besonders deutlich wird das bei Ripe Persimmon, ein sattes Rotorange, das nach der Berührung mit Wasser erstaunlicherweise einen flamingopinken Farbton annimmt.

Auch die Memento Marker des japanischen Herstellers Tsukineko enthalten Stempelfarbe auf Wasserbasis. Zum Aquarellieren sind sie jedoch denkbar ungeeignet, da das besondere Merkmal der Mementos - ihre schnelle Trocknungszeit - diesem Verwendungszweck ganz klar im Weg steht. Gut geeignet sind diese Marker, um ungenau gestempelte Motive auszubessern und Stempel direkt einzufärben. Nach Aufnehmen der Markerfarbe mit einem Pinsel lassen sich mit den Memento Markern zwar auch kleinere (allerings eher blasse) Aquarellkolorationen realisieren, wer aber ernsthaft mit dem Gedanken spielt, Aquarellkolorationen mit Markern zu erstellen, sollte von den Mementos die Finger lassen.

Die hier beschriebenen wasservermalbaren Marker sind übrigens nicht zu verwechseln mit Markern auf Alkoholbasis wie Copics, Promarker, Delta-Marker etc. Auch mit ihnen wird in der Stempelszene viel koloriert, da sie aber alkoholbasiert sind, werde ich an dieser Stelle nicht näher auf sie eingehen.

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Am Ende dieses Beitrags möchte ich noch einmal betonen, dass ich alles andere als eine Expertin auf dem Gebiet der Künstlerfarben bin. Es gibt ganz gewiss Menschen, die sich besser mit Farben und Pigmenten auskennen als ich und andere, die weitaus besser kolorieren können. Da ich bislang nirgends im Netz eine Produktübersicht wie die vorliegende gefunden habe, habe ich mich trotz meiner rudimentären Kenntnisse entschieden, obigen Text zu schreiben. Sollte er Fehler und/oder grobe Lücken enthält, bitte ich jeden, dem sie auffallen, mich schonungslos zu korrigieren.

Kommentare:

  1. Toll Sonja wie Du das beschrieben hast, damit auch Neulinge es verstehen können und einen Überblick und vorallem Durchblick bekommen, denn die Vielfalt ist für solche Anfänger zunächst doch sehr verwirrend.
    Auch Fortgeschrittene haben längst nicht Kenntnis von allen Produkten und den vielen Möglichkeiten, die das Sortiment an wasservermalbaren Farben bietet. Großes Kompliment!
    Evtl. könntest Du noch mit 1-2 Videos ergänzen über wasservermalbare Pigmente, die dieses Jahr so sehr gefragt sind.
    Ganz liebe Grüße Anja

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    1. Danke für dein Lob und den Tipp mit den Pigmenten, Anja. Die sind mir zwar bei meinen Recherchen auch über den Weg gelaufen, aber weil ich sie selbst nur vom Sehen kenne, habe ich sie erst mal außen vor gelassen. Wenn ich mich irgendwann mal näher damit befasst habe, werde ich sie vielleicht auch noch in den Beitrag aufnehmen.

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  2. WOW!! Such a fabulous and informational post! I thank you so much for sharing this and for translation to English. For the most part, my google account automatically translates another bloggers words for me, but I'm not sure if this works for everyone.

    Your coloring on these projects is amazing!! You do beautiful work!! Thanks for sharing!!

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    1. Thanks for your kind words and especially for hinting to the google translator. I absolutely forgot about that option because I never use it. But of course this should help readers with a different native language further. Nonetheless, if anyone still needs a translation please contact me. I'm afraid I won't be able to do it before next year but if enough people are interested I will do my best to be as fast as possible.

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  3. Wunderbar geschrieben, erstmal bekommst du ein dickes Lob dafür! Ja, die Vielfalt der Kolorationsmedien ist einfach grandios, da fällt es schwer, sich zu entscheiden. Ich habe mich für Schminke Horadam entschieden und es bisher keine Sekunde bereut! Übung macht den Meister - dies gilt für alle Medien, aber ich glaube, das wissen wir ;-)
    Danke nochmals für deinen schönen Bericht,
    LG Heike.

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  4. What a fabulous and informative post ! I enjoyed know about the color mediums and seeing the amazing results :)

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  5. Ich mag deine Produktbescreibungen immer sehr gerne, sie sind sehr informativ und ausführlich!
    Danke, dass du dir so viel Mühe machst!
    Anni

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  6. If you can I am looking for an affordable colouring source...Copics are a bit expensive for me. I would love a translation of your pencil crayon section of this post and also suggestions for alcohol markers other than Copics. jeandonny2000 at hotmail dot com

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    1. Hi Mary-Anne, thanks for your comment on my post. Unfortunately I'm enormously busy at the moment and won't have the time to do a translation before the end of the year. I will do my very best to add a translation after that as soon as I can. As to the Copics I'm afraid I can't help you any further. I do use Copics and I never used anything else. I've of course heard about Pro Markes, Touch Twin Markers and Delta Markers (German brand), which are all less expensive than Copics. But I've never used them so I can't give you any advice on them. If you are interested in more affordable markers and are not set on alcohol markers I'd suggest you try the Tombows. You don't need many of them at the beginning because you can blend them with water. You should however use quality watercolor paper to get the best out of them. Hope that did help a little. Sonja

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